Ohne meine Rühle könnte ich nicht mehr leben! (Wolfgang Böhringer)

Ganz oder gar nicht

Jedes Jahr ein bisschen besser werden – der Offenburger Metzger Wolfgang Böhringer hat es auch dank seines Party-­Services geschafft.

Von vorne sieht die Metzgerei von Wolfgang Böhringer ganz unscheinbar aus. Ein sachlicher Zweckbau im Gewerbegebiet des Offenburger Ortsteils Elgersweier. Nicht der Ort, an dem man Laufkundschaft findet. Wer hier einkaufen will, der muss sich eigentlich ins Auto setzen und mindestens drei Kilometer fahren. Kann das überhaupt gutgehen?

Böhringer lacht zufrieden. Er ist als Mensch eine Erscheinung, unverwechselbar. „Sehen Sie selbst“, sagt er. 30 Jahre ist es nun her, dass er im Gewerbegebiet neu angefangen hat. Damals mit einer speziellen Idee: Neben seinem Ladengeschäft in der Innenstadt hatte er sich auch einen Party-Service aufgebaut. Das Besondere daran: Wolfgang Böhringer hatte sogar eigene Partybusse. Voll ausgerüstet mit großen Kühlschränken, Bierzapfanlage und Geschirrspülmaschine. Bistros für die Straße.

Seither ist der Umsatz jedes Jahr kräftig gewachsen. Das Unternehmen ist heute so stark wie noch nie. Zwar hat Wolfgang Böhringer das Busgeschäft mittlerweile wieder aufgegeben. Doch das liegt daran, dass sein Hauptgeschäft immer erfolgreicher geworden ist. Der Party-Service brummt. Die Bushalle hat er längst zu einer modernen Großküche umgebaut.

Das Unternehmen hat jetzt 20 Mitarbeiter. Sie bereiten pro Woche im Schnitt Speisen für 1.000 Menschen zu. Sie bewirten Feste, stehen am Grill, servieren kalte Platten oder warme Büffets. Sie bauen Tische und Stühle auf, bringen Teller und Besteck, versorgen die Gäste. „Was man macht, muss man richtig machen“, sagt Wolfgang Böhringer. Er mag keine halben Sachen. Ganz oder gar nicht – das hat bei ihm Tradition.

An seine Lieferanten hat er vor allem eine Anforderung: Sie müssen täglich liefern. „Frische ist alles“, sagt Wolfgang Böhringer. Und nirgends sei das so wichtig wie im Außer-­Haus-Geschäft, wo schon am frühen Morgen das Telefon klingelt, weil jemand vergessen hat, das Mittagessen für 50 Gäste zu bestellen. „Das ist bei uns Routine“, sagt Böhringer. Und die funktioniert nur, wenn hinter den Kulissen alles reibungslos läuft. Der Metzger muss sich auf seine Mitarbeiter verlassen können, auf seine Lieferanten, aber natürlich auch auf seine echten Originale von Rühle.

Dann gerät er ins Schwärmen. „Unsere Produkte waren noch nie so schön wie heute“, sagt Wolfgang Böhringer. Er hat kürzlich noch mal in einen Rühle Tumbler mit gegenläufigen Armen investiert. Die Leistung habe ihn überzeugt, versichert er. Und Wolfgang Böhringer, der sich alle zwei Tage die aktuellen Zahlen aus dem Betrieb anschaut, ist auch von den Fakten überzeugt. „Nehmen Sie mal das Gyros. Früher haben wir im Schnitt 60 Kilo pro Woche verkauft. Heute schaffen wir das innerhalb von zwei Tagen.“ Dabei habe er an den Zutaten nichts geändert. Hier mache wirklich HighTech aus dem Schwarzwald den Unterschied. „Ohne meine Rühle könnte ich nicht mehr leben“, sagt er.

Die Idee zum Party-­Service hatte Böhringer vor gut 40 Jahren. Seinerzeit traf er auf einem Empfang im Schwarzwald den damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Er unterhielt sich länger mit dem Politiker. Dieser war danach so begeistert von Böhringers Geschäftsidee, dass er sich für ihn einsetzte. Er half Wolfgang Böhringer sogar bei Gesprächen mit der Hausbank. „Man hat mich natürlich erst mal für verrückt gehalten, als ich gesagt habe, dass der Bundespräsident für mich bürgen würde“, erinnert Böhringer sich und schmunzelt. Doch von da an ging es nur noch in eine Richtung: Bergauf.

Der Betrieb hat sich kraftvoll entwickelt. Wolfgang Böhringers Fähigkeit, auch unter Zeitdruck immer Top-Qualität abzuliefern, hat ihn in der Stadt bekannt gemacht. An einem einzelnen Sonntag, hat er mal 67 Kommunionen beliefert. An Weihnachten werden Bestellungen vom Parkplatz aus an die Kunden verteilt, weil der Ansturm sonst das Ladengeschäft lahmlegen würde. Dann stehen also zwei Mitarbeiter in Winterjacken im Hof und reichen die Bestellungen direkt aus dem Liefer-LKW an die Kunden. Einmal ist sogar die Polizei angerückt, um den Verkehr im Gewerbegebiet zu regeln. „Die haben dann eine Einbahnstraße daraus gemacht“, erinnert Wolfgang Böhringer sich. Vorne anfahren, in der Mitte abholen, zur anderen Seite wieder raus. Böhringer hat das gefallen. Er schätzt es, wenn etwas perfekt funktioniert.

Metzgerei & Party-­Service Böhringer arbeitet mit: